| sondermelder@102 | 14.05.2004 | 13:17 | links | aktuell | dauernd | flohmarkt | lebend | galerie | kontakte | geschichte | rechts |


Meldung aus den DomgkNews vom 14.5.2004 (editiert, Kommentar siehe unten):

BVA verbietet Fotoshooting für Domagkatelierspostkarte auf Wiese 35/38

Dem Organisationsteam der Domagkateliertage ist am 13.05.2004 ein Schreiben vom Bundesvermögensamt
an den Interkunst e.V. übergeben worden. In diesem Schreiben wird für den Fall,
daß das Fotoshooting für die Domagkatelierspostkarte/Plakat wie geplant auf der Wiese 35/38 stattfindet,
automatisch zum 30.06. die Kündigung für das Atelierhaus 35 ausgesprochen.

Nach Rücksprache mit mehreren Vereinsvorständen wurde eine Ausweichmöglichkeit gefunden:

Um die Künstler des Hauses 35 nicht zu gefährden, wird das Fotoshooting "Floss der Medusa"
am 16.Mai ab 11.00 Uhr auf der Wiese zwischen Haus 45 und 49 stattfinden.

Weiterhin sind alle bisher geplanten Konzerte, Theater und Performances, sowie Kinderarea, Open Air- Kurzfilmtag,
Open Mic und politische Podiumsdisskussionen in den Aussenbereichen zu den Domagkatelierstagen
bis auf weiteres vom BVA unter Kündigungsandrohung untersagt.

Update vom 16.5.2004:

Das Fotoshooting für die Domagkatelierspostkarte wird wegen
schlechten Wetterverhältnissen auf kommenden Donnerstag verschoben.
Treffen am Donnerstag, den 20. Mai zu Christi Himmelfahrt
um 12.00 Uhr Mittags auf der Wiese zwischen Haus 45 und 49.
Der Wetterbericht verspricht Sonne und Temperaturen
von 24 °Celsius.

Update vom 18.5.2004:

Das Organisationsteam der Domagkateliertage 2004 "Kunst findet Stadt!" verzichtet
als ein Zeichen für den guten Willen zu einer besseren Zusammenarbeit mit dem BVA
auf einen Protest gegen das oben berichtete Verbot und bietet stattdessen Gesprächsbereitschaft an.
Die Künstlergemeinschaft möchte konstruktiv mit dem BVA zusammenarbeiten.

Update vom 26.7.2004:

Bisher war es Praxis der Behörden, bei den Domagktagen die Vorschriften nicht allzugenau auszulegen - und nur so waren viele der künstlerischen Veranstaltungen in meist eher privatem Stil ja auch möglich. In diesem Jahr war es sehr schwer, Genehmigungen zu bekommen. Das Organistaionsteam gab sich große Mühe. Von den Vereinen kam die Vorgabe, alle Veranstaltungen anzumelden, was zu einer Flut von Anmeldungen führte. Das wurde von den Behörden - wohl wegen der Mehrarbeit - jedoch auch nicht gern gesehen.

Beobachtungen während der Domagktage 2004: In diesem Jahr wurde das erstemal scharf kontrolliert, ob alle angemeldeten Veranstaltungen die gesetzlichen Vorschriften für professionelle, gewinnorientierte Veranstaltungen einhielten. Der Baguette-Verkäufer im Haus 49 mußte z.B. neben dem obligatorischen Gesundheitszeugnis auch eine Kochmütze vorweisen und ein Schild anbringen auf dem sein Vor- und Nachname als Standinhaber ausgwiesen stand. Viele Verbote wurden ausgesprochen und einige Veranstaltungsorte geschlossen. (Interessanterweise kam vom Vertreter des Gelände-Vermieters (Bundesvermögensverwaltung) unter Kündigungsandrohung die Auflage, daß alles nur zum Selbstkostenpreis veranstaltet werden dürfe. - Also einerseits mußten alle Vorschriften für kommerzielle Veranstaltungen eingehalten werden, andererseits war aber nichteinmal eine Entlohung für die vielen freiwilligen Mithelfer möglich) Es sah so aus, als würden alle Behörden (inklusive der Bundesvermögensverwaltung als Vermieter) zusammenwirken, um die Domagktage möglichst klein zu halten. Im Haus 16 wurde ein Auftritt einer Band, die wegen des schönen Wetters auf der Terasse statt wie geplant im Cafe auftreten wollte, komplett untersagt. Die Band durfte gar nicht mehr spielen. Die Lärmschutzauflage für die Domagktage ließ nur Livekonzerte bis 22 Uhr und Musik aus der Konserve bis 24 Uhr (bzw. 2 Uhr am Wochenende) zu, obwohl auf dem Gelände in direkter Nachbarschaft die Veranstaltungshallen (Alabamahalle etc) jede Woche(!) bis halb 5 Uhr morgens wesentlich lauter dröhnen und wohl niemanden stören. Die Lautstärke der Musikanlage der OpenAir-Veranstaltungen vor Haus 35 wurde per Amtssiegel festgelegt. Teilweise war die Dröhnung von den Alabamahallen lauter als die eigene Musik. Im Haus 49 wurde das im Keller des Hauses untergebrachte Vereinsheim "Roter Salon" geschlossen, das in den letzten Jahren von den Domagk-Künstlern oft als Treffpunkt für ein letztes Schwätzchen genutzt wurde, wenn sie von den langen Tagen im Atelier müde waren. Das Vereinsheim war nur für Vereinsmitglieder zugelassen worden. Deshalb darf dort keine öffentliche Veranstaltung stattfinden und es mußte zu den Domagktagen gleich ganz zugesperrt bleiben. Trotz aller behördlichen Beschränkungen kamen zu den verbliebenen Veranstaltungsorten zum Glück dennoch noch genügend Interessierte.




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